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Hamburg

Die Schaugewächshäuser am Dammtor

Ein aufgehängter Glaskörper ohne Stützen im Innenraum, entstanden für eine Gartenbauausstellung der 1960er Jahre. Bis heute einer der ungewöhnlichsten Bauten der Stadt.

Zugänglichkeit. Die Häuser sind seit mehreren Jahren wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten nicht für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Ein Enddatum steht nach unserem Kenntnisstand nicht abschließend fest, und der Stand kann sich ändern.

Verbindliche und aktuelle Auskunft gibt ausschließlich der Betreiber: Botanischer Garten der Universität Hamburg. Auch die Stadt informiert auf ihrer Seite zu Planten un Blomen. Bitte prüfen Sie den Stand dort, bevor Sie einen Besuch planen.

Ein Haus, das an sich selbst hängt

Die übliche Bauweise für ein großes Gewächshaus sieht Stützen vor, die das Dach tragen. Sie stehen im Weg, werfen Schatten und zerteilen den Raum. Der Entwurf am Dammtor dreht das Prinzip um: Die Glasflächen sind an außen liegenden Profilen aufgehängt, die Last wird also nach außen und oben abgeführt statt nach innen und unten.

Der Effekt im Inneren ist ungewöhnlich. Auf mehreren tausend Quadratmetern gibt es keine tragenden Elemente, die den Blick unterbrechen. Wer hineingeht, bewegt sich durch eine zusammenhängende Pflanzenlandschaft und nicht durch eine Halle mit Bepflanzung. Die Höhe von über einem Dutzend Metern erlaubt dabei Bäume, die in einem normalen Gewächshaus längst am Dach anstoßen würden.

Der Bau steht zusammen mit den vorgelagerten Terrassen unter Denkmalschutz. Das ist bei der Sanierung ein erschwerender Faktor: Eine denkmalgeschützte Stahl-Glas-Konstruktion lässt sich nicht einfach durch eine zeitgemäße ersetzen, sondern muss in ihrer Erscheinung erhalten bleiben, während gleichzeitig Statik, Verglasung und Haustechnik auf einen heutigen Stand gebracht werden.

Mehrere Klimazonen unter einem Dach

Die Anlage besteht nicht aus einem einzigen Raum, sondern aus mehreren ineinander übergehenden Bereichen mit jeweils eigenem Klima. Diese Aufteilung ist der eigentliche fachliche Kern einer solchen Anlage, denn sie erlaubt es, Pflanzengruppen mit völlig unterschiedlichen Ansprüchen nebeneinander zu zeigen.

  • Tropenbereich. Ganzjährig warm und sehr feucht. Hier stehen großblättrige Arten, Lianen und Aufsitzerpflanzen, also die Vegetation, die keine Trockenzeit kennt.
  • Subtropen. Deutlich kühler, mit ausgeprägterem Jahresgang. Pflanzen dieser Zonen brauchen eine kühle Ruhephase, um im Frühjahr wieder auszutreiben.
  • Trockenbereich. Kakteen und andere Sukkulenten mit sehr geringer Luftfeuchte und starker Temperaturschwankung zwischen Tag und Nacht.
  • Farnbereich. Schattig und dauerhaft feucht, angelehnt an das Unterholz feuchter Wälder. Für viele Besuchende der stimmungsvollste Teil.

Diese Bereiche zu betreiben heißt, vier Klimata gleichzeitig gegen das Hamburger Wetter zu verteidigen, im Winter gegen Kälte und Lichtmangel, im Sommer gegen Überhitzung unter Glas. Der technische Aufwand dahinter ist der Grund, warum eine solche Anlage nicht nebenbei instand gehalten werden kann.

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Warum Glashäuser überhaupt gebaut wurden

Die großen Schaugewächshäuser Europas entstanden im 19. Jahrhundert aus einer Kombination von Neugier, Repräsentation und technischer Machbarkeit. Erst Gusseisen und großformatiges Glas machten Konstruktionen möglich, die Licht hereinlassen und gleichzeitig Wärme halten. Was zunächst der Aufzucht empfindlicher Importpflanzen diente, wurde rasch zum öffentlichen Schauraum.

Diese Doppelfunktion hat sich bis heute gehalten. Ein botanisches Schauhaus ist Ausstellung und Arbeitsstätte zugleich: Neben dem, was Besuchende sehen, stehen fast immer Sammlungsbestände, die der Forschung und der Erhaltung seltener Arten dienen und gar nicht öffentlich zugänglich sind.

Wenn ein Besuch gerade nicht möglich ist

Der Bau lohnt auch von außen. Die aufgehängte Konstruktion ist gerade von der Parkseite gut zu erkennen, und die umgebenden Anlagen sind frei zugänglich. Wer die Pflanzenwelt selbst sucht, findet auf unserer Seite zu tropischen Orten in Hamburg die Alternativen, die derzeit offenstehen.

Fachlich weiter geht es bei den Aufsitzerpflanzen, die in jedem Tropenhaus die auffälligste Gruppe stellen, und bei den Farnen, die im schattigen Bereich solcher Anlagen dominieren.